Projektarbeiten während der Ausbildung zum Malermeister

Das Vergolden

Hallo hier Gecko Gregor, das malerweiß-Maskottchen. Heute beschäftige ich mich mit dem Thema Vergolden! Unser Malermeister, Frank Meißner, hat die für Schwabach traditionelle Technik des Vergoldens als Projektarbeit ausgeführt und so einen Goldbarren nachempfunden. Kein leichtes Unterfangen, meint er. Denn diese Arbeit erfordert viel Fingerspitzengefühl und eine Menge Konzentration!

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Schon seit dem Spätmittelalter wird in Schwabach Blattgold geschlagen. Früher war das Vergolden auch eine Tätigkeit im Malerhandwerk. Heute produzieren und liefern noch vier Betriebe, beispielsweise die Wilhelm Wasner Blattgold GmbH, in und um Schwabach Blattgold.

Die Technik des Vergoldens

Die Technik der Ölvergoldung bietet für das Vergolden eine von mehreren Möglichkeiten. Mit dieser kann man auf fast allen Untergründen arbeiten. Der Untergrund von Frank Meissner war Gips. Dieser wird zunächst mit einer Lackschicht überzogen, am besten mit hochglänzendem Autolack oder Schellack. Wichtig: Die Oberfläche des Lackes muss nach dem Trocknen völlig staub- und fettfrei sein, um mit dem „Mixtionieren“, dem gleichmäßigen und dünnen Aufbringen eines Klebemittels auf Leinölbasis, zu beginnen. Nach Ablauf der Trockenzeit wird es dann spannend, denn da beginnt das sogenannte „Anschießen“ des Goldes. Die Oberfläche muss dafür unbedingt noch klebrig sein! Nun kann nach und nach das Blattgold aufgelegt werden. Bei losem Blattgold wird das Gold vorsichtig mir dem Vergoldermesser entnommen, auf dem Vergolderkissen zugeschnitten und mit dem Einkehrpinsel angeschossen, also aufgebracht. Überschüssiges Blattgold wird auch mit dem Pinsel entfernt. Dann muss das Kunstwerk einen Tag ruhen, um dann mithilfe von Watte den ultimativen Glanz zu bekommen.

Besser: Transfergold verwenden!

Goldschneider_Werkzeug_2

Das  Handwerkszeug für die Projektarbeit:
Einkehrpinsel, Blattgold (Transfer), Schnellanlegemixtion, Pinsel zum Auftragen des Mixtion, Cuttermesser, Schere und ganz wichtig: Gecko Gregor ;-)

Einfacher ist es, mit Transfergold zu arbeiten, welches auf Seidenpapier gepresst ist. Denn das Auflegen von Blattgold ist nicht nur schwer, sondern auch kostspielig! Das erschwingliche Transfergold muss jedoch auch mit sehr viel Fingerspitzengefühl aufgebracht werden. Man mixtioniert den Untergrund wie beschrieben. Hierbei wird eine Schnellmixtion verwendet und anschließend das Transfergold aufgebracht. Danach wird das Seidenpapier entfernt. Das überschüssige Gold entfernt man mit dem Einkehrpinsel, dann wird poliert. Der Vorteil von Transfergold: Man kann es auf die gewünschte Größe in Form schneiden.

Fertig ist der Goldbarren und damit auch ein schönes, individuelles Geschenk. Im Falle unseres Malermeisters, benutzte er als Grundmaterial und Auftragsfläche Gips. Dieser wurde in eine Barrenform gegossen. Nachdem der Gips abgetrocknet war, begann er den Barren zu vergolden.

Ganz  wichtig: Die beschriebene Technik eignet sich nur für das Vergolden im Innenbereich. Für Vergolderarbeiten, die draußen bestehen müssen, sind andere Methoden anzuwenden und vor allem anderes Blattgold zu benutzen! Bei Vergoldungen im Außenbereich würde das also so nicht gehen. Denn erstens funktioniert da das Schnellanlegemixteon nicht (nur für innen) und zweitens braucht man dafür Gold mit min. 23,5 Karat. Das für den Goldbarren verwendete hat 18 Karat :-) .

Um diesen Goldbarren so wunderbar glänzend hin zu bekommen, bedarf es wirklich eines werdenden Meisters. Anfängern ist davon abzuraten, denn Vergolden, ich sage es als Gecko und unter uns: IST NICHT EINFACH! Gerade deshalb wird es wohl als Projektarbeit innerhalb der Meisterschule herangezogen. Und unser Meister hat es grandios gemeistert. Und das nicht nur aufgrund seiner ruhigen Hand.

Dazu sage ich bravo und bis bald!

Euer
Gecko Gregor